Digitales Recruiting zwischen Alltag und Hype

Digitalisierung des Recruitings - Rettung für alle Recruiting Probleme?


Die Digitalisierung soll dem Recruiting neues Leben einhauchen. Das ist einer der „Emerging  Recruiting Trends“ für 2018. Für die „ICR Recruiting Trends“ werden jedes Jahr mehr als 10 000 Unternehmen aller Größenklassen und Branchen im DACH-Raum gefragt, wohin die Reise im Recruiting geht. 95 Prozent der Arbeitgeber gaben 2017 in den ICR Erhebungen an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen mit geeigneten Bewerbern zu haben. Bei einigen bedroht der Fachkräftemangel bereits das Geschäft.Doch das Thema Digitales Recruiting befindet sich in einem Spagat zwischen alltäglicher Nutzung und gehypten „Robot Recruiting“. Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie sieht ein "digitaler" Recruiter aus, der die Klaviatur des digitalen Recruitings beherrscht?


Wie ist der aktuelle Status der Digitalisierung des Recruitings?



Sieht man mal von der allgemeinen Verbreitung von Bewerbermanagementsystemen (drei von vier Arbeitgebern haben eins) ab und schaut darauf, wie der Status zumindest die Wichtigkeit der anderen möglichen Digitalisierungsfelder ist, dann ergibt sich folgendes Bild:

Social Media Recruiting, Candidate Experience, Active Sourcing und Mobile Recruiting sind bezüglich der Wichtigkeit (mindestens 60%  der Arbeitgeber halten diese Themen für wichtig) in den Unternehmen angekommen.

Data Driven Recruiting und Robot Recruiting (Nutzung von Artificial Intelligence, Algorithmen und Big Data) werden hingegen im Moment nur gehypt: Hier legte die Wichtigkeit im Jahr 2017 um 43 Prozent zu, dieses Thema wird allerdings erst von jedem fünften Arbeitgeber als wichtig erachtet.


Praxis-Tipp: Arbeitgeber sollten mutig auch mal neue digitale Tools ausprobieren, um zu schauen, ob diese einen Wertbeitrag im Vergleich zu den bisher verwendeten Verfahren leisten können. Das Ergebnis kann natürlich auch negativ sein. Aber dann weiß man das auch. Im positiven Fall bringt es das Recruiting deutlich voran und macht am Markt einen innovativen Eindruck.

 

Im Alltag nutzen Recruiter jedoch bereits bereits eifrig digitale Recruiting Möglichkeiten wie z.B. das Recruiting in Social Media. Wie sehen dort die Präferenzen aus?

 

Welche Plattformen werden für Recruiting in Social Media genutzt?

 


 

Xing führt mit weitem Abstand die Nutzung im Recruiting an. Linkedin hat als zweitplatzierte Plattform in den letztenJahren massiv aufgeholt und der Trend für 2018 zeigt weiter steil nach oben. Arbeitgeberbewertungsplattformen liegen in der Nutzung etwas hinter Linkedin und zeigen ebenfalls eine deutlich steigende Tendenz für 2018. Facebook konnte sich nach einem Zwischentief in den letzten beiden Jahren wieder erholen und ist auf dem Weg zu Nutzungszahlen aus dem Jahr 2013. Instagram, Pinterest, Snapchat und Whatsapp führen noch ein Schattendasein mit Wertenunter fünf Prozent in der Nutzung.

Recruiting ist ein weites Feld und das Thema Digitalisierung ist vielleicht gar nicht das wichtigste. Ein Blick auf die Top-Themen und die Emerging Trends gibt Auskunft:

Was sind die Top Themen im Recruiting?



Recruiting von Berufserfahrenen“ tauscht mit dem Thema Arbeitgeberimage den Rangplatz und ist wieder wichtigstes Thema im Recruiting. Die „Professionalisierung des Recruitings“ kann den dritten Platz verteidigen und ordentlich an Wichtigkeit zulegen. „Social Media Recruiting“ konnte den Aufwärtstrend vom Vorjahr ausbauen, „Candidate Experience“ überholen und sich den vierten Platz sichern. „Candidate Experience“ machte eine leichte Abwärtsbewegung während „Active Sourcing“ noch einen Tick an Wichtigkeit zulegen konnte.

 

Was sind die Emerging Trends im Recruiting?



Die größte Änderung mit einem Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zeigte das Thema Outsourcing, vor dem „Robot Recruiting“ (plus 43 Prozent) und der Einführung von Shared Service Centern (plus 27 Prozent). Ebenfalls deutlich an Wichtigkeit zulegen konnten der Aufbau von internen Sourcing Teams (plus 18 Prozent), Diversity (plus 18 Prozent) sowie die Zentralisierung des Recruitings (plus 17 Prozent).

Praxis-Tipp: Falls Arbeitgeber ihr Recruiting digitalisieren wollen, sollten Sie folgenden Ratschlag beherzigen: ein schlechter Recruitingprozess ist digitalisiert ein schlechter digitaler Recruitingprozess!


Die ICR Recruiting Trends 2018

 

Dies sind nur einige der Ergebnisse aus den ICR Recruiting Trends 2018. Basierend auf mehr als 6 Jahren (2012-2017) Recruiting Studien kann das ICR exklusive Informationen und Trends zum Thema Recruiting aufzeigen. Jedes Jahr wurden mehr als 10.000 Unternehmen aller Größenklassen und Branchen befragt, wo die Reise im Recruiting hingeht. Die Beteiligung der Arbeitgeber liegt in den Jahren 2012-2017 zwischen ca. 500-900 aller Unternehmensgrößen und vieler Branchen, so daß die Untersuchungen auf einer breiten Basis stehen.

 

Kostenfreier Download

 

Weitere Infos finden Interessierte in den exklusiven ICR Recruiting Trends 2018, die sie hier kostenfrei downloaden können: